Was heut wild und ausgelassen gefeiert wird, war in seinem englischen Ursprung alles andere als locker – der Junggesellenabschied. 

Seiner Zeit trafen sich die Herren der zu vereinigenden Häuser beim Vater des Bräutigams, wobei der Zukünftige die Familie der Braut von seinen ehelichen Qualitäten überzeugen musste.

In feinster Festtagskleidung hielten die Familienoberhäupter Ansprachen und über feucht-fröhliche Gelage mit den Kumpels währen die ehrenwerten Herrschaften wohl eher „not amused“ gewesen.

Glücklicherweise unterscheiden sich die heutigen Abschiede vom Junggesellendasein etwas von der traditionellen „Stag Party“, sodass bei der Organisation der Kreativität der Freunde und Trauzeugen keine Grenzen gesetzt sind. Wem jetzt sofort die Kneipentour mit anschließendem Stripclub einfällt dem sei gesagt, dass damit kein Preis für Einfallsreichtum gewonnen werden kann.  

Richtige Männer machen sich schmutzig, begeben sich in Gefahr und hantieren mit schweren Maschinen! Richtige Männer fahren Motocross, Quad oder Panzer und jagen sich mit halbautomatischen Paintballwaffen durch die Pampa oder schlafen nach einer Adventure-Tour durch unwegsames Gelände unter freiem Himmel! Richtige Männer stürzen sich in 5000 m Höhe aus einem Flugzeug und machen danach mit ruhiger Hand ein Lagerfeuer!

Zu hart? Zu schmutzig? Zu roh? – Wie währe es dann mit einem Abend ganz „gentlemanlike“? Mit Zigarre und einem guten Whiskey lässt es sich wunderbar Pokern und über alte Zeiten philosophieren.

Für echte Spaßkanonen empfiehlt sich die, mittlerweile zur Tradition gewordene, Straßenvariante. Dazu stecke man den Bräutigam in ein aberwitziges Kostüm, wie zum Beispiel eine Sträflingskluft, einen aufblasbaren Sumoringeranzug oder ein übergroßes Teddybärdress, und zwinge ihn an öffentlichen Orten zu allerlei Peinlichkeiten. Natürlich darf dabei nicht vergessen werden sich die Show von den Zuschauern gut vergüten zu lassen (Aber bitte auf Freiwilligenbasis!). Bestimmt singt der Bräutigam gern ein Ständchen nach den Wünschen wildfremder Passanten oder lässt sich Kleidungsstücke abkaufen die er gerade trägt. Wenn das nicht der Fall ist darf er auch gern mit Handschellen in der Damentoilette angekettet werden, wo er dann die Benutzer vom Kauf des passenden Schlüssels bei den Kumpels überzeugen muss.

Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass die Zeiten vorbei sind, in denen die Braut bangend zu Hause wartet, während es ihr Mann in spe so richtig krachen lässt. Selbstverständlich stehen alle genannten Ideen auch der Braut und ihren Freundinnen zur Verfügung. Falls Motorenlärm, Schlamm und verrauchte Pokerzimmer aber nicht das richtige sein sollten, gibt es zahlreiche Alternativen für richtige Damen.

Bei einem Wellnesstag mit allem drum und dran kann „Frau“ es sich so richtig gut gehen lassen bevor es am Abend, wie aus dem Ei gepellt und mit der Stretchlimousine, zum Feiern geht. Falls das Wellness- und Partyangebot in der eigenen Stadt ehr mäßig ist, bieten sich Kurztrips in Europas Großstädte an. Ob München, London, Amsterdam oder Prag – Prosecco gibt es überall und eine aufregende Nacht mit Starfeeling bieten die Metropolen allemal.

Wie auch immer der Junggesellen/innen-Abschied gestaltet wird, sollte an die Gefühle der bzw. des Zukünftigen gedacht werden. Schließlich sollen ja nicht schon vor der Trauung die Alarmglocken läuten. Vor allem die Organisatoren, also Freunde/innen und Trauzeugen/innen, sollten die Wünsche der Braut bzw. des Bräutigams respektieren. Wenn sich alle wohl fühlen macht es ohnehin am meisten Spaß und wenn die jeweilige Partei noch mit gutem Gewissen nach Hause kommen kann, ist die Party mehr als gelungen.

In diesem Sinne: „Party on“ und hoch die Tassen.

Bildrechte Titelbild: © Lee Avison Photography /shutterstock

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